Kind 1

Es gibt etwa 1.500 Bilder von deinem Kind

Es gibt etwa 1.500 Bilder von deinem Kind im Internet, und das noch bevor es 5 Jahre alt wird.

Klingt viel? Das sind ungefähr 1 Bild pro Tag. Und das Ergebnis einer Studie aus 2021, ich vermute, es ist eher noch mehr geworden seitdem.

Sharenting ist ein anhaltender Trend, der das Phänomen von Eltern (=Parents) und dem Aufnehmen und Verbreiten (=Share) von Fotos ihrer Kinder beschreibt. Wie selbstverständlich werden Videos, Fotos und Tonaufnahmen in sozialen Medien oder über einschlägige Messenger mit der Familie, Freunden und Fremden geteilt. Die Kontrolle über diese Aufnahmen gibt ein „Sharent“ damit ab – das Speichern, Weiterleiten oder gar der Missbrauch der Bild- und Tonaufnahmen ist problemlos möglich.

Für die betroffenen Kinder bedeutet das eine lebenslange Spur im Netz, der sie nicht zugestimmt haben und von deren Existenz und Folgen sie im Zweifel erst sehr viel später erfahren. Besonders heikel sind vermeintliche Schnappschüsse, die Aufschluss über Dinge wie den Wohnort, die Schule oder das Alltagsleben der Kinder zulassen.

Damit du kein Sharent wirst (oder es zukünftig nicht mehr bist):

  • Teile Fotos nur im geschützten Familien- und Freundeskreis. Dafür gibt es spezielle Fotoalbum-Apps. Oder man trifft sich einfach mal wieder im wahren Leben und schaut sich gemeinsam ein Fotoalbum an.
  • Wenn du Fotos über einen Messenger teilen möchtest: Bitte nicht WhatsApp. Nutze einen „sicheren“ Messenger und achte darauf, dass die Aufnahmen nicht heruntergeladen und geteilt werden können. Auch eine „einmalige Ansicht“-Einstellung kann dabei helfen.
  • Frag dich vor dem Teilen: Würde ich wollen, dass so ein Bild von mir versendet wird? Du kannst außerdem dein Kind schon sehr früh in diese Entscheidung einbeziehen. So entwickeln Kinder früh ein Gefühl von Privatsphäre und können selbst entscheiden, ob Oma das witzige Foto mit der Sonnenbrille geschickt bekommen soll, oder nicht.

Mehr zum Sharenting und der Privatsphäre von Kindern im Internet gibt’s in meinem Blogartikel: https://thomasrosin.de/sharenting/